COVID-19: Italien am 16.03.

Die Situation in Italien sollte unser Denken und Handeln lenken.

Diese kleine Zitat-Sammlung hilft vielleicht. Alle zitierten Artikel wurden am 16.03. veröffentlicht.

Frankfurter Rundschau (16.03.):

Wurden am Montagmorgen (16.03.2020) noch rund 1800 Tote durch die Covid-19-Pandemie vermeldet, ist die Zahl nur wenige Stunden später um rund 350 Tote auf 2158 gestiegen. Bis Montag zählten die Behörden insgesamt 27.980 Infizierte mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 im ganzen Land. Das waren rund 3000 mehr als am Vortag. Diese Zahlen teilte der Zivilschutz am Montagabend in Rom mit.

 
nst.com (16.03.):

“The numbers have continued to grow. We’re close to the moment where we will have no more intensive care beds,” Lombardy governor Attilio Fontana told SkyTG24 television. […] Authorities have been working to set up hundreds of intensive care beds in a specially created facility in the Fiera Milano exhibition centre but are still waiting for sufficient respirators and qualified personnel. […] Behind the concern for the north, there was also a looming worry over the much less well-equipped south, where tens of thousands of people have arrived from the affected regions.

 
independent.co.uk (16.03.):

A health official in Bergamo, warning that patients being admitted to hospital for treatment are getting younger. “The type of patient is changing,” said Luca Lorini, the head of anaesthesia and intensive care at a northern Italian hospital. “They are a bit younger, between 40 to 45 years old and the cases are more complicated,” she said.

 

cbc.ca (16.03.):

All the hospitals in northern Italy are stretched to the breaking point. Health-care workers are totally exhausted, themselves terrified of contracting the virus and passing it on to their own families. Ventilators are the only thing that will keep the sickest patients alive, and there may not be enough to go around. Doctors have been put in the agonizing position of deciding who lives and who dies. The elderly, and those with complicating medical conditions, might be sacrificed. “If you have to choose between a 75-year-old person and a 20-year-old person, who are you going to choose? Obviously, it’s the person with the higher expectation of life,” Casani said. “So there will be a moment that an anesthesiologist will have to take off the respirator from this 75-year-old guy and give it to the 20-year-old. And this will be a horrible choice for the doctors, but obviously necessary.”

“I think the question of ‘Why Italy?’ is the most important question and it has a simple answer: No reason at all. The only thing that makes Italy different is that the first couple of [community-transmitted] cases arrived in Italy about 10 days before they arrived in Germany, the United States or Canada. So if other countries aren’t going to react in an extreme way right now, they’re going to become Italy.”

 

web.de (16.03.)

Italienische Wissenschaftler haben angesichts der heftigen Coronakrise in ihrem Land Deutschland aufgefordert, schneller und strikter als bisher zu reagieren. “Unterschätzen Sie nicht die Gefahr. Italien hat das eine Woche lang getan”, sagte Roberto Burioni, einer der bekanntesten Virologen Italiens der Deutschen Presse-Agentur. […] An dem Institut, das einen Biomedizinzweig hat, würden Statistiker und Mathematiker für Italien von einer Dunkelziffer bei Infizierten von “mindestens Faktor zehn” ausgehen, sagte er. Ähnlich wie bei Masern. Da Italien am Sonntag fast 25.000 registrierte Infizierte gemeldet hat, bedeute das mindestens 250.000 Menschen, die das Virus in sich tragen.

FAZ (16.03.)

Die Gefahr, dass die deutschen Intensivstationen überlaufen, ist real. Das macht den Shutdown risikoethisch unvermeidbar.

 

tagesspiegel.de (16.03.)

Der Dachverband ärztlicher Berufsvereinigungen schlug am Sonntag in einem Brief an Minsterpräsident Giuseppe Conte Alarm: 1674 infizierte Krankenschwestern, -pfleger, Ärztinnen und Ärzte, das heiße, “wir sprechen von zehn Prozent der im Gesundheitssystem Tätigen, die entweder schon gestorben sind oder aber nicht mehr arbeiten können. […]

Conte selbst habe zugegeben, dass “unerlässliche Schutzkleidung” derzeit fehle oder rationiert sei, auf jeden Fall nicht ausreichend verfügbar. Im einzelnen nennt der Ärztefunktionär Handschuhe, ffp3-Masken, Kittel, Schutzbrillen und Überkleidung. […]

Allein am Samstag wurden in die Spitäler der Lombardei weitere 85 Covid-19-Patienten eingeliefert, die Intensivpflege benötigten – doppelt so viele wie noch vor einer Woche. Am Sonntag waren die freien Plätze an einer Hand abzuzählen. „Es gelingt uns zwar, täglich 20 bis 25 neue Plätze zu schaffen – aber wir stehen kurz vor dem Point of no return“, betonte auch der lombardische Gesundheitsminister Giulio Gallera. […]

„Wir müssen jeden Tag neue Covid-19-Patienten intubieren und sind pausenlos im Einsatz“, berichtete am Sonntag Ivano Riva, der Chef der Reanimationsabteilung des Stadt-Spitals Giovanni XXVIII. „Wir halten nicht mehr lange durch.“ In einer einzigen Woche sind dem Coronavirus in den beiden Provinzen mehr als 400 Menschen zum Opfer gefallen, in Bergamo bis zu 61 pro Tag. Die Krematorien in den beiden Provinzen haben auf 24-Stunden-Betrieb umgestellt.

[…]

Die Schaffung neuer Plätze in der Intensivmedizin ist ein Wettlauf gegen die Zeit: Laut einer in diesen Tagen in der britischen Wissenschaftszeitschrift „Lancet“ veröffentlichten italienischen Studie wird die Zahl der Infizierten in Italien ihren Peak voraussichtlich in etwa drei bis vier Wochen erreichen; bis zu diesem Zeitpunkt seien mindestens 4000 neue Betten auf Intensivstationen erforderlich.

 

Mehr Ressourcen: https://gehrcke.de/2020/03/covid-19-sars-cov-2-resources/